An die Gemeinde - Martinsgemeinde Angermünde

Martinsgemeinde Angermünde
Martinsgemeinde Angermünde
Direkt zum Seiteninhalt
An die Gemeinde
Jahreslosung 2021
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
Lukas, Kapitel 6, Vers 36

Monatslosung April 2021
Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Kolosser 1,Vers 15

Monatslosung Mai 2021
Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
Sprüche 31,Vers 8


Liebe Glieder und Freunde der Martinsgemeinde Angermünde!
Liebe Leserin, lieber Leser!
Rückkehr zur Religion heißt ein Buch, das ich vor kurzem gelesen habe. Werden wir zurückkehren zum Christentum, zur christlichen Religion? Der Autor plädiert dafür, zurückzukehren zur Religion Jesu, zu dem, was er gelebt und geglaubt hat. Und einer dieser wichtigen Botschaften Jesu ist: Euer Vater ist barmherzig! Gott ist dir nahe auch, wenn du erlebst, dass dir alles aus der Hand geschlagen wird. Gott ist dir gut, auch wenn Menschen sich von dir abwenden und du ganz allein dastehst. Jesus Christus ist mit diesem barmherzigen Gott durch Tod und Hölle gegangen. Jesus hat an diesem Gott festgehalten und von ihm alles erwartet, als menschlicherseits alles zu spät und nichts mehr zu hoffen war. Ja, es ist schrecklich und schwer zu begreifen: Gott hat zugelassen, dass Jesus am Kreuz qualvoll stirbt. Aber Gott hat Jesus Christus nicht im Tod gelassen. Gott hat diesen Jesus wieder auferweckt.
Unser Leben ist zurzeit massiv eingeschränkt. Was könnten wir alles tun? Das wird uns jetzt im Lockdown bewusst. Was könnten wir aus diesem Leben machen? Wie und womit würden wir uns verwirklichen? Für manche bedeutet der Lockdown wieder Konzentration auf das Wesentliche. Nicht immer höher, schneller, weiter. Sondern weniger die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Weniger fliegen, weniger das Auto benutzen, mehr die Umwelt schonen. Bin Ich erst vollkommen Ich, wenn mein biologischer Fußabdruck möglichst groß ist? Erst dann habe ich gelebt, dass eben auch nachfolgende Generationen es sehen können. Ja, wir konnten damals noch Verbrennungsmotoren nutzen und Plastiktüten. Haben wir erst gelebt, wenn wir möglichst viel herausgeholt haben aus diesem Leben. Sollen wir alles von diesem Leben erwarten? Was, wenn es je unterbrochen oder beendet wird? Was ist, wenn es uns geht wie Jesus am Ende seines Lebens? Da hängt er nun von allen angestarrt und verlacht am Marterpfahl, am Kreuz, dem Galgen der Römischen Besatzungsmacht. Keiner konnte ihm helfen. Das soll Jesus von Nazareth sein, der König der Juden? Und dieser Jesus betet für die, die ihn ans Kreuz schlagen: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! (Lukas 23, Vers 34) Dieser Jesus hat an der Güte seines himmlischen Vaters festgehalten bis zum letzten Atemzug. Seinem Mitgekreuzigten konnte er versprechen: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. (Lukas, 23, Vers 43) Das hier ist nicht das letzte. Es gibt ein danach. Gott, mein himmlischer Vater, wird uns hier (nach unserem Tod) wieder herausholen. Und tatsächlich ist Jesus drei Tage später an Ostern wieder auferstanden von den Toten.  
Gott ist barmherzig. Welch ein starker Satz. Was für ein mutiges Bekenntnis! Denn das, was wir sehen, ist unbarmherzig. Menschen, ob jung oder alt, infizieren sich ungewollt mit einem Virus. Bei vielen geht es gut, wie bei einer Grippe, aber andere sterben an dieser Infektion auch bei bester medizinischer Betreuung. Gott ist barmherzig. Klingt das nicht zu kindlich naiv?
Um keinen Knoten im Kopf zu bekommen hat Martin Luther unterschieden zwischen dem Deus absconditus, dem verborgenen Gott, und dem Deus revelatus, den geoffenbarten Gott. Oft sehen wir Mord und Totschlag, Unheil, Katastrophen und Verwüstungen. Und in solchen Situationen können wir Gott nicht verstehen. Da ist und bleibt Gott für uns verborgen, unverständlich, grausam. Aber Gott hat sich gezeigt in seinem Sohn Jesus Christus. Der hat uns gezeigt, wie Gott ist. Dieser Jesus hat uns Gleichnisse erzählt zum Beispiel das vom liebende Vater aus Lukas 15. Dort wird uns der Vater großzügig beschrieben. Er lässt seinen Sohn gehen, abhauen in die Fremde und in die Freiheit. Der bringt sein Geld durch mit Feiern. Doch er endet als alles verbraucht ist, als Schweinehirte, der nicht einmal das Schweinefutter als Nahrung angeboten bekommt. Und so macht er sich auf den Heimweg zu seinem Vaterhaus. Und dieser Vater hält nach seinem verlorenen Sohn Ausschau. Und er läuft ihm freudig entgegen, schließt ihn in die Arme, richtet ein Fest aus und setzt ihn wieder ein als seinen Sohn.    
Wie bekommen wir das in ein Gottesbild? Wie lösen wir diese beiden Seiten Gottes in einem Gottesbild auf? Im Römerbrief schreibt der Apostel Paulus: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ Römer 8, Vers 28). Dieser barmherzige Gott lässt uns alle Dinge zum Besten dienen, auch mache Krise, manche Einschränkung, manche Ansteckung, manche Krankheit und auch den Tod.
Und dieser Gott wird uns hindurch tragen zum ewigen Leben.
Was machen wir nun aber mit diesem Leben? Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnen müssen, dass wir uns vorsehen müssen, dass wir auf Kontakte und manch liebgewordene Gewohnheit verzichten müssen. Manch Urlaub und Reise, manches Fest ist schon letztes Jahr nicht zustande gekommen. Wenn schimpfen und meckern in der Corona-Krise helfen würde, könnten wir es versuchen. Aber es hilft nicht. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Macht das Beste aus dieser Situation, verbittert nicht. Nehmt Rücksicht aufeinander, auf die Schwächeren, auf die Älteren, auf die Behinderten. Werdet nicht trotzig und leichtsinnig.  
Es wird ein 'nach der Krise' geben. Es wird ein „nach Corona“ geben. Wie schnell es kommt und wie viel oder wenig dieses Virus bis dahin anrichten wird, haben wir mit in der Hand.
Wir brauchen beides: die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) und das ermutigende Wort, die Geste, den Besuch, das Feiern, die lebendige Stimme, das Telefonat, die leibhaftige Begegnung, das Festhalten an Liebgewordenem.
Leben wir in dem Vertrauen an diesen barmherzigen Gott und Vater und seien wir miteinander barmherzig!
Bleiben Sie gesund und Gott befohlen
Herzlich grüßt
Ihr/Euer Pastor Kirsten Burghard Schröter




Hilfe zum Beten
Lasst uns Gott danken:
  • für das Leben, das er uns geschenkt hat,
  • für die Familie, in die er uns gestellt hat,
  • für die Sorge, das Mitgefühl und die Barmherzigkeit, die wir erfahren haben,
  • für die wertvollen Begegnungen mit unseren Nachbarn, Angehörigen und Freunden,
  • für unser Gesundheitswesen,
  • für Essen und Trinken
  • für alle, die unsere Missionsgemeinde und unser Projekt LAIB und SEELE mit Rat und Tat, mit Kopf, Herz und Hand, mit Gebet, Sachspenden und Geld unterstützen,
  • für die Natur, die uns umgibt mit Schneeregen und Sturm, Sonnenschein und Wärme,
  • für die Haustiere, die unsere Launen ertragen,
  • für die Wildtiere, die sich von unseren Sorgen nicht stören lassen
  • für die Pflanzen und Blumen, die uns erfreuen.

Lasst uns Gott bitten:
  • für die Menschen in Not, die auf der Flucht sind und kein Zuhause haben,
  • für die Menschen, die leiden unter der Pandemie: unter Einsamkeit und Kontaktsperre,
  • für die Politiker, dass sie weiterhin Entscheidungen mit Augenmaß und Sachverstand treffen und sich er-folgreich für das Wohl aller einsetzen,
  • für die Wissenschaftler, dass sie die Entscheidungsträger gut beraten und gehört werden,
  • für uns alle, dass wir die Pandemie gut überstehen und den Lebensmut nicht verlieren,
  • dass jeder Mensch wirtschaftlich, physisch und psychisch gut durch den Lockdown und die Pandemie kommt,
  • dass alle Notleidenden wirksame Hilfe erfahren,
  • um Kraft, Sorgfalt und Ausdauer für alle Helfenden,
  • um Frieden und Entspannung unter den Konfliktparteien,
  • für gesunde und gerechte Lebensverhältnisse,
  • dass jeder Menschen Arbeit und Brot hat,
  • dass wir erkennen, wo wir gebraucht werden und dort auch gerne mittun,
  • dass die staatliche Ordnung anerkannt und aufrechterhalten wird,
  • dass unsere Demokratie nicht missbraucht, sondern mit Leben gefüllt wird,
  • dass wir als Gemeinde, Kirche, Gesellschaft aufeinander achten und uns gegenseitig beistehen,
  • für die Kirchenbezirkssynode, dass sie Wichtiges bespricht und gute Wege einschlägt,
  • für den Pfarrkonvent, dass die Pastoren geistlich gestärkt werden und brüderliche Gemeinschaft erfahren.


Erstellt von T. Lamprecht
Wollen Sie uns folgen?
Martinsgemeinde Angermünde
Zurück zum Seiteninhalt